ONE NIGHT IN...

... Salzburg! Oh ja, es war wirklich ein sehr kurzer Aufenthalt. Doch die Altstadt ist recht kompakt und so konnte ich fast alles sehen, erleben und ausprobieren, was ich mir vorgenommen hatte - und ich hatte sogar noch Zeit mich überraschen zu lassen. ;-)

Es ist schon einige Jahre her, als ich zuletzt in Salzburg war. Damals war Sommer, alles bunt, alles blühend. Nun war ich während der letzten Wintertage da. Bei blauem Himmel und einer leichten Brise luswandelte ich durch den Mirabellgarten, schlenderte an der Promenande neben der Salzach entlang, traf die erste Biene des Jahres auf dem autofreien Müllnersteg und ließ mir auch die touristisch überlaufene Getreidegasse nicht entgehen.

 

Neben den standardisierten Läden sind hier noch immer kleine feine Handwerksbetrieb, außerdem ist die Gasse voller schmiedeeiserner Zunftschilder, die anzeigen was in welchem Haus zu bekommen ist. Was ich so richtig klasse fand, sind die Gässchen, die von der langen Getreidegasse abzweigen und zu schnuckeligen Höfen und Durchgängen führen. Alles ist irgendwie miteinander verbunden und es macht Spaß einfach so durch die Stadt zu laufen. Verlockungen gibt es allerdings en masse! Und das zur Fastenzeit...

 

Einer Mozartkugel konnte ich nicht widerstehen und einem mit dunkler Schoko überzogenem Kastanienherz auch nicht.  Würde ich Schoko-Fasten machen, hätte ich echt ein Problem gehabt, aber so... Dieses wahnsinnig leckere Kastanienherz war eine der Überraschungen, die ich in Salzburg erlebte. Ich lief durch eine der vielen Seitengassen und da strahlte das Licht so warm aus einem kleinen Laden, der innen wunderbar altmodisch ist und hoffentlich auch immer so bleiben wird. Die Konditorei Schatz ist ein richtiger Schatz und wer wie ich nach feinen Backwaren und Desserts verrückt ist, kann es sich hier richtig gut gehen lassen! :-)

Wenn ich in einer fremden Stadt bin, fahre ich entweder mit dem Rad oder versuche alles zu Fuß zu erkunden. In Salzburg war Laufen angesagt. Vom Bahnhof ging es erst mal zu meiner Unterkunft. Etwas mehr als ein Kilometer sind es bis zum Gästehaus Priesterseminar, das wenige Schritte vom Mirabellgarten und Mozarts Wohnhaus (nicht zu verwechseln mit seinem Geburtshaus, das in der Getreidegasse ist) entfernt ist und nur unweit vom Aufstieg zum Kapuzinerberg - also super zentral gelegen.

 

Durch eine riesengroße Holztür gelangt man ins Gästehaus und fühlt sich von der Außenwelt abgeschirmt, die Geräusche der Stadt bleiben draußen (nur nachts sind Ohrenstöpsel nicht verkehrt). Mein Zimmer war liebevoll spartanisch-praktisch und mit allem was man so braucht, eingerichtet; kleine Besonderheiten gab es auch: WLAN statt Fernseher, doppelte Fenster und - ganz besonders sympathisch - ein kleines Glas selbstgemachte rote Ribisel (Johannisbeeren) Marmelade! Das Frühstück war fein, mit Marmeladen aus eigener Herstellung und ansonsten mit frischen Produkten aus der Umgebung.

 

Was das Essen betrifft, bin ich als Vegetarierin inzwischen ziemlich anspruchsvoll geworden - ich mag es so ursprünglich wie möglich, Zusätze sind mir ein Graus und es langweilt mich, wenn es immer nur die 08/15 Veggie-Gerichte gibt. Daher war ich ganz glücklich, als ich Teigtascherl gefüllt mit Steinpilzen und Zitronen-Buttersoße samt Parmesan am Abend im Gablerbräu gegessen habe! Kulinarisch gesehen, ging es mir in Salzburg also ziemlich gut! ;-) 

 

Toll sind auch die Stadtberge Salzburgs. Vom Kapuzinerberg hat man eine schöne Aussicht auf Salzach, Altstadt und Berge. Ich bin zuerst durch das Franziskustor in der Linzer Gasse die vielen Stufen hinaufgestiegen (hört sich schlimmer an, als es ist; ich war kaum 15 Minuten unterwegs - gucken inklusive), vorbei an mehreren Kapellen, dem Paschinger Schlössel (Stefan Zweig lebte hier) und dem Kapuzinerkloster - dann war ich auch schon an der Kanzel, dem Aussichtspunkt.

Salzburg hat wahnsinnig viele Kirchen und wird daher auch "Rom des Nordens" genannt. Gegenüber vom Kapuzinerberg ist der Festungsberg mit der aus dem 11. Jahrhundert stammende Festung Hohensalzburg; diese kann zu Fuß aber auch mit der Festungsbahn erreicht werden. Auf den  Nachbarbeg Mönchsberg gelangt man sogar mit einem Fahrstuhl, wenn man nicht laufen will (ist schon ein Stück) - 30 Sekunden soll es nur dauern. Schluck. Ich mag Fahrstühle nicht so gern, allerdings habe ich mir für meinen nächsten Ausflug nach Salzburg vorgenommen, das Museum der Moderne zu besuchen und da macht es schon Sinn, sich wie mit einer Rakete hochschießen zu lassen.

 

Faszinierend finde ich auch die Felshöhlen, in der Altstadt am Friedhof St. Peter. Auf dem Friedhof war ich zwar, aber von den "Katakomben" wußte ich nichts. Ich wunderte mich nur, über das, was da ist und wie man dort hinkommt; aber dann ließ ich mich von irgendwas ablenken und forschte nicht weiter. Nun denn, wird auch nachgeholt! :-)

Da ich ungern den gleichen Weg zurückgehe, nahm ich die Imbergstiege, um den Kapuzinerberg hinabzusteigen. Graffities säumen den Weg, der bis auf die Schmierereien an den Häusern nett zu laufen ist und in der Steingasse mündet, die mit ihren eng beeinander stehenden Häusern mittelalterliches Flair verbreitet und parallel zur Salzach verläuft.  In dieser sind übrigens Graffities, die mir wirklich gut gefallen haben! Schaut mal:

Es ist so einiges, was mir an Salzburg gefallen hat. Sehr angenehm fand ich vor allem die vielen Fuß- und Radfahrerstege, die das rechte mit dem linken Salzachufer verbinden. Und selbst in der ungemütlichen Jahreszeit ist es im Mirabellgarten schön, bei der Aussicht ja auch kein Wunder...

Dass ich nur so kurz in Salzburg war, liegt daran, dass meine kleine Reise einen ganz anderen Zweck hattte. Mein eigentliches Ziel war nämlich mal wieder der Chiemsee. Der Zug fährt von Darmstadt bis Prien und wenn man drin sitzen bleibt, geht es weiter nach Salzburg; alles ohne umsteigen und so schön bequem. Gerade einmal 45 Minuten länger ist man dann unterwegs - das wollte ich ausnutzen.

 

Was ich am Chiemsee gemacht habe? Mir einen Traum erfüllt! Einen Töpferkurs auf der Fraueninsel! Darüber könnt ihr im nächsten Beitrag lesen. :-)


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